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Liams Rezept gegen Erkältungen

Ein Wunder wirkendes Hausmittel aus Irland


Hot Whiskey mit Zitrone, Nelken und – ganz schlimm – mit Zucker! So etwas ist keine gute Idee.Hot Whiskey, wie er sein sollte: echt, ehrlich, einfach!Als ich vor Jahren auf einer Austauschreise in Monaghan im Norden der Republik Irland war, hatte mich die Busfahrt geschafft. Nicht etwa, weil sie so lange und anstrengend gewesen wäre, sondern weil die Klimaanlage des Busses mich auf dem Reiseleitersitz ganz vorn in diesem technischen Meisterwerk des Touristentransports während der stundenlangen Reise permanent mit eiskalter Luft angepustet hatte und ich schon auf der Fahrt eine dermaßen schlimme Erkältung bekam, dass am Abend unserer Ankunft nichts mehr ging. Mein guter alter Freund Liam O'Connor und seine Frau Nuala, in deren wunderschönem Haus in Castleshane ich während des Austausches wohnte, sahen sofort, wie elend mir zumute war und schlugen mir ein altes irisches Hausmittel vor, das ich nicht für mich behalten, sondern hier an die versammelte Internetgemeinde weitergeben möchte.


HOT WHISKEY – mit "-ey", denn es ist ein irisches Rezept ;-)

...und das geht so:

Abends 4-5 cl – das sind 2 randvolle Schnapsgläser oder "two good shots", wie man in Irland sagt – puren (und noch nicht erwärmten) irischen Whiskey in ein hitzebeständiges Glas oder einen Mug geben, 2 gute Teelöffel reinen irischen Bienenhonig aus dem Tal von Boyne unterrühren, bis sich der Honig völlig gelöst hat. Anschließend mit heißem Wasser auffüllen, bis das Glas bzw. der Mug voll ist. Umrühren, fertig.

Wichtig: So heiß, wie man es irgendwie vertragen kann, in langsamen und regelmäßigen Schlückchen austrinken. Dann ins Bett und ausschlafen. Am nächsten Morgen ist die Erkältung weg.

Ach ja, es geht natürlich auch mit deutschem, amerikanischem, mongolischem oder sonst irgendwelchem Honig, nur muss es wirklich kräftiger Blütenhonig sein, kein Rapshonig oder solche weichgespülten Sachen.

Habe mir sagen lassen, dass das Rezept auch mit schottischem Whiskey wirken soll, aber dafür verbürge ich mich nicht. Sollte jemand der Versuchung erliegen, ein US-Produkt zu verwenden, so zeugt das nicht nur von einem außergewöhnlich schweren Fall von alkoholtechnischer Geschmacksverirrung, sondern eine Wirkung ist auch nahezu ausgeschlossen... ;-)


Wenn ihr im Netz stöbert, werdet ihr eine Menge verschiedene Rezepte für "Hot Wiskey" finden, z.B. mit solchen hippen Accessoires wie einer Zitronenscheibe mit Nelkennägelchen. Das Bild oben links zeigt solch einen "sophisticated drink". Glaubt mir, das ist alles Tinnef, denn es verfälscht nicht nur den Whiskeygeschmack, sondern die geringe Dosis an Vitamin C hat auch keine spürbare Wirkung. Da isst man besser eine ganze Zitrone separat oder nimmt gleich eine Vitaminbrausetablette. Das hat zwar nichts mit Natur zu tun, hilft aber wenigstens...

Noch ein Tipp: Die Wirkung ist umso frappanter, je eher man das Rezept anwendet. Also am besten gleich beim ersten Anflug von Erkältung einen "Hot Wiskey" trinken!

Wenn es euch bei einer Erkältung mal so richtig dreckig geht und am nächsten Tag womöglich auch noch ein wichtiger Termin auf der Agenda steht, dann probiert dieses Rezept ruhig einmal aus. Ihr werdet sehen, es hilft wirklich! Bei mir jedenfalls hat es Wunder gewirkt: Die Erkältung war am nächsten Morgen wie weggeblasen und der Austausch wurde entgegen aller Befürchtungen doch noch eine tolle Erfahrung mit vielen neuen Eindrücken frei von Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Daher schwöre ich seit jenen Tagen in Monaghan auf einen oder auch mal zwei Mugs "Hot Whiskey", wenn bei mir eine Erkältung im Anmarsch ist.

Aber Achtung: Obwohl es sanft, süß und süffig schmeckt, niemals mehr als zwei Gläser trinken, denn sonst verschlaft ihr euren wichtigen Termin am nächsten Tag garantiert!

Herzlichst, euer Frithjof Meißner

 

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